Wichtige Kennzahlen und Handelssignale für Ihre Handelsstrategien

Wichtige Kennzahlen und Handelssignale für Ihre Handelsstrategien

Aller Anfang ist schwer. Diese Redewendung lässt sich freilich auch gut und treffsicher auf den Handel mit Devisen, Aktien, digitale Währungen oder Derivate von Optionen bis hin zu Differenzkontrakten anwenden. Von den im Portal wiederholt erwähnten „Zufallstreffern“ möchten wir an dieser Stelle nicht nochmals sprechen. Trotzdem ist es nun einmal so, dass auch wenig erfahrene Anleger und Händler in den verschiedenen Bereichen des gefühlt endlos großen Finanzmarktes von Zeit zu Zeit Gewinne verbuchen. Sinnvoll ist dieses Vorgehen aber nicht, wenn Sie nicht ständig in der Gefahr eines Totalverlustes leben möchten. Dieses Risiko können Sie reduzieren, indem Sie sich mit der Thematik der sogenannte Handelssignale in ausreichender Form befassen. Signale oder auch Handelsindikatoren und Kennzahlen sind die wichtige Basis einer jeden Handelsstrategie. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie „manuell“ oder „automatisiert“ vorgehen. Automatische Handelssysteme bzw. Handelsprogramme sind seit Jahren auf dem Vormarsch.



Ökonomische Indikatoren können automatisiert zum Einsatz kommen

Handelssoftware, wie sie bei mancher Brokerplattformen integriert ist oder als gebührenpflichtiger/kostenpflichtiger Service verschiedenster Dienstleister auf Ihrem Rechner installiert werden kann, gibt es in verschiedenen Ausführungen. In allen Fällen geht es darum, dass Sie nicht selbst ständig Kurse und wichtige Handelssignale im Blick haben müssen. Die Programme arbeiten auf Grundlage Ihrer bevorzugten Signale und treffen Entscheidungen, sobald die entsprechenden Werte am Markt oder einzelnen Vermögenswerten vorliegen. Die Liste der nutzbaren Kennzahlen für den Handel ist lang. Dabei unterscheiden sich die Indikatoren gerade dahingehend, ob Sie auf die Fundamentalanalyse oder die Chartanalyse bzw. Technische vertrauen möchten. Beide Varianten des Handels haben ihre Vorzüge – schon deshalb gibt es viele Trader (Händler), die auf beide Konzepte zurückgreifen, um erfolgreichen zu handeln.

In der Möglichkeit der Kombination können sich besonders gute Chancen für Sie ergeben. Was Sie zu den wichtigsten Handels-Kennzahlen wissen sollten und welche dies sind, erläutern unsere Handelsprofis in den folgenden Abschnitten dieses Ratgebers.

Handeln mit Strategie ist in jedem Fall der beste Weg beim Forexhandel

Handeln mit StrategieAuffallen wird in diesem Zusammenhang, dass Sie zwar in beiden Bereichen schrittweise das nötige Wissen zur Anwendung von Kennzahlen und Indikatoren aufbauen müssen – jedoch gibt es durchaus einige Anwendungsmöglichkeiten für Anfänger, die sich gleich zu Beginn nicht nur auf ihr Gefühl verlassen möchten. Wichtige Handelsstrategien zum Devisenhandel übrigens stellen wir an anderer Stelle dieser Stelle ausführlich vor. Mit diesen sollten Sie sich vertraut machen, um nachfolgend auch Indikatoren und Kennzahlen sinnvoll anwenden zu können. Denn: Um Indikatoren verstehen und nutzen zu können, braucht es ein Verständnis für die strategischen Handelsansätze, in deren Rahmen sie ihren Zweck erfüllen können. „Können“ deshalb, weil auch die beste Handelsstrategie nicht immer zum Erfolg führt.

Dazu ist der Währungsmarkt zu volatil, also anfällig für Schwankungen. Diese können kurzfristiger Art und durchaus weitreichend sein. Mit der richtigen Strategie und dem Verständnis für die Aussagekraft von Kennzahlen und Handelssignale steigern Sie Ihre Erfolgschancen fast immer deutlich!

Begriffsunterscheidung Kennzahlen und Indikatoren

Ein kurzer Einschub soll begriffliche Differenzierungen verdeutlichen, die in vielen Wissenschaften zwischen Kennzahlen und sogenannten Indikatoren vorgenommen werden. Größen beider Bereiche sollen zunächst einmal Rückschlüsse über mögliche Folgen am Markt – in unserem Fall dem globalen Devisenmarkt – ermöglichen. Sprechen Experten von Kennzahlen, geht es zumeist um Informationen betriebswirtschaftlicher Art. Beispielsweise Unternehmensprozesse oder -strukturen betreffend, um Optimierungen vornehmen zu können. Umsätze, neue Partnerschaften oder Bilanzen sind hier drei mögliche Kennzahlen, die Bewertungen erlauben können. Eine wesentliche Voraussetzung ist hierbei die „Quantifizierbarkeit“, also eine genau Messbarkeit von Daten. Indikatoren wiederum haben einen Stellenwert, der etwa als Ersatzeinheit für wirtschaftliche Veränderungen dienen kann.

Viele für ökonomische Analysen verwendete Zahlen sind am ehesten Indikatoren. An dieser Stelle soll dieser kleine Ausflug, der keinen Anspruch auf vollends wissenschaftliche Korrektheit haben kann, reichen. Kommen wir stattdessen nun zu wichtigen Kennzahlen und Indikatoren, die für Forex-Trader von Relevanz sein können.

Kostenlose vs. Kostenpflichtige Handelssignale

Viele Menschen hegen auch beim Hinweis auf kostenlose Handelsinstrumente vonseiten Ihrer Broker oder anderer Internetportale Bedenken, dass Gratis-Leistungen möglicherweise nicht hochwertig genug sind. Richtig ist diese Einschätzung aber häufig nicht, wie unabhängige Vergleiche gerade zum Thema Handelssignale bestätigen. Viele Forex Anbieter stellen Ihnen auf Ihren Internetpräsenzen zumindest eine gewisse Anzahl entgeltfreier Handelssignale zur Verfügung. Diese stehen mitunter selbst bei Profi-Tradern hoch im Kurs. Anfänger tun gut daran, Erfahrungen zunächst mit solchen Extras zu sammeln.

Wichtig:
→ Handelssignalen sollten regelmäßig aktualisiert werden!

Idealerweise werden Ihnen solche Signale in Echtzeit bereitgestellt und stetig auf den neuesten Stand gebracht. Der Devisenhandel erfolgt in vielen Fällen in sehr kurzen Zeitfenstern. Deshalb ist es so entscheidend, dass die Daten rechtzeitig nutzbar sind und immer wieder aktualisiert werden. Die Frequenz der Aktualisierungen variiert durchaus zwischen verschiedenen Dienstleistern, wie Experten hervorheben. Kostenpflichtige Handelssignale können sich für sehr aktive Händler im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen. Ausgaben sind aber stets vor dem Hintergrund der Investitionssummen und erzielten Renditen zu sehen. Vor allem Signal-Angebote mit laufenden monatlichen Kosten rechnen sich sonst wahrscheinlich nicht. Je höher Ihre Handelsfrequenz und je mehr Sie investieren, desto eher können kostenpflichtige Extra sinnvoll sein. Trotzdem haben Sie auch ohne diese Leistungen mehr als genug Auswahl, um erfolgreich mit Handelssignalen arbeiten zu können!

Was meint der Begriff der Wirtschaftsindikatoren für den Forexhandel?

Wirtschaftsindikatoren für ForexhandelWenn Sie sich erstmalig mit Wirtschaftsindikatoren im Kontext der Technischen Analyse – also Daten auf Basis der ökonomischen Lage auf nationaler oder internationaler Ebene befassen –, werden Sie auf viele Informationen stoßen, die Ihnen bereits abseits des Devisenhandel oder auch Forex-Tradings aus der Tagespresse bekannt sind. Hier handelt es sich um Details, die ständig im Zusammenhang mit den globalen Finanzmärkten Erwähnung finden. Beispielsweise sind dies Details, die Sie tagtäglich in Online-Medien oder Ihrer Zeitung abrufen können. Bei Brokern wiederum gibt es vielfach Rubriken, die unter anderem als Wirtschaftskalender oder ähnlich bezeichnet werden. In diesem Bereich haben Sie Zugriff auf viele der folgenden Meldungen, die Einfluss auf die Kurse am Forex-Markt haben können. Wichtig ist die Erkenntnisse, dass die diversen Wirtschaftsindikatoren im Einzelfall massive Folgen für Kursentwicklungen am Markt haben können.

Insbesondere, da der Forex-Markt grundsätzlich international abläuft, sollten Sie also die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, mit einem selbst geführten und ständig aktualisierten (oder vom Broker zur Verfügung gestellten) Wirtschaftskalender jederzeit bestens informiert zu sein.

Aus welchem Umfeld können Wirtschaftsindikatoren stammen?

Angesichts der langen Liste der relevanten Indikatoren und Kennzahlen ist es nicht überraschend, dass auch die Informationsquellen vielfältig sind. Unternehmenszahlen, Prognosen von Wirtschaftsinstituten, Meldungen von Zentralbanken, aber auch Regierungsentscheidungen wirken sich direkt oder indirekt auf Devisenkurse am Markt aus. Dazu gehören auch wichtige Indizes – etwa zu Verbraucher- oder Erzeugerpreisen sowie wirtschaftliche „Barometer“ zum Konsum. Manche Daten beziehen sich auf einzelne wichtige Unternehmen oder Wirtschaftszweige. Andere Indikatoren basieren auf dem gesamtwirtschaftlichen Status. Unterschieden wird bei Wirtschaftsindikatoren zwischen solchen, die Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen treffen und jenen, die Bezug zur momentanen oder vergangenen Wirtschaftslage nehmen.

Übrigens:
→ Auch Umfragen unter Unternehmen und Konsumenten haben Einfluss auf den Forexmarkt und -handel!

Verkaufsberichte sind ein Beispiel, da diese meist Bezug auf vergangene Bilanzen nehmen. Wichtig sind solche Kennzahlen vor allem, wenn diese aus Branchen stammen, die im Export sehr aktiv sind. Umfragen und Statistiken wie die oben genannten Erzeugerpreise und andere statistische Auswertungen spielen hier ebenfalls eine zentrale Rolle. Diese Daten geben häufig die Erwartungsunterhaltung von Führungskräften in Unternehmen und bekannten Analysten wieder. Vor allem die sogenannten „Leitindikatoren“ aus der Welt der Wirtschaft dienen Ihnen beim Forex-Trading als unverzichtbare Signale, die Aufschluss über die Wirtschaftsentwicklung und damit über kommende Bewegungen und Schwankungen bei Devisenkursen geben können. Experten sprechen im Übrigen zwischen gleich- und nachlaufenden Wirtschaftsindikatoren. Gleichlaufend bedeutet: Indikatoren spiegel die aktuellen Ereignislage, nachlaufende Daten hingegen beziehen sich auf makroökonomische Informationen aus der Vergangenheit.

Diese ökonomischen Informationen helfen Forex-Tradern

Weshalb vor allem Einsteiger im Bereich des Forex-Handels früh damit beginnen sollten, sich mit Wirtschaftsindikatoren zu beschäftigen: Es fällt am Anfang erfahrungsgemäß schwer, zwischen wirklich wichtigen Signalgebern und weniger relevanten zu unterscheiden. Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang vor allem, im hektischen Tagesalltag die richtigen Informationen zu nutzen. Eben, weil die Liste der Indikatoren so lang ist, braucht es einen guten Überblick dahingehend, welche ökonomischen Indikatoren besonders einflussreich sind. Auffallen wird Ihnen, dass viele Indikatoren im Zusammenhang mit der US-Wirtschaft stehen – auch Daten aus China, also der zweiten führenden Wirtschaftsnation entscheiden in vielerlei Hinsicht über die Bewegungen am Devisenmarkt und damit Ihren Erfolg beim Forex-Trading. Wir konzentrieren uns an dieser Stelle vorrangig an europäischen und US-amerikanischen Details.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren und nachfolgend kurze Erläuterungen hinsichtlich der Bedeutung:

  • Non Farm Payrolls (NFP)
  • Bruttoinlandsprodukte (BIP)
  • Leitzins-Veränderungen
  • Verbraucherpreis- & Erzeugerpreisindex
  • Verläufe der Inflationsraten
  • Konsumklimaindex & allgemein die Verbraucherstimmung
  • Arbeitslosenquoten (samt Prognosen & Erstanträgen)
  • Industrieproduktionsindizes
  • Handelsbilanzen
  • Auslastungen der Kapazitäten in verschiedenen Wirtschaftssparten

Non Farm Rolls – Forex-Händler sollten diesen Indikator kennen

Den sogenannten Non Farm Rolls sprechen viele Experten gerade im Bereich des Forex-Tradings eine Hauptrolle zu. Zeitgleich zur Veröffentlichung der aktuellen US-Arbeitslosenzahlen geben die zuständigen Behörden auch diese Daten in den USA bekannt – stets am ersten Freitag eines jeden Monats. Der Indikator gibt allgemein bedeutende aufgrund seiner turnusmäßigen Publikation zum immer gleichen Zeitraum als ausschlaggebend. Die zeitgleiche Bekanntgabe der NFR-Daten mit den Arbeitsmarktinformationen gelten aus historischen Gründen als unverzichtbarer Indikator zum Bruttoinlandsprodukt der USA. Allerdings: NFRs werden auf den abgelaufenen Monat und damit häufiger veröffentlicht. Non Farm Payrolls wirken sich weiterhin auf die Geldpolitik des Landes aus. Sie geben vonseiten der US-Notenbank FED zudem Auskunft über die Preisstabilität.

Bruttoinlandsprodukte – wie entwickelt sich Wirtschaftsbereiche?

Das Bruttoinlandsprodukt gilt allgemein als Kennzahl, die etwas über den Zustand der jeweiligen Ökonomie oder der Wirtschaft eines bestimmten Wirtschaftsraums wie der EU aussagt. Die Tatsache, dass BIP-Daten oftmals etwas verspätet veröffentlicht werden, mildert die Aussagekraft mitunter ab. Denn vor der Bekanntgabe sind Informationen zum BIP über andere Quellen oft zumindest teilweise bereits publik gemacht worden. Das große Aber: Fallen BIP-Details anders als vorherige Erwartungen aus, sind die Angaben durchaus im Einzelfall aussagekräftig. Vor allem aber erlauben Angaben zum BIP Korrekturen zur Einschätzung für den Forex-Handel auf Basis geänderter Aussagen zu Auf- oder Abwärtstrend eines Marktes. Ob sich eine Ökonomie eher in einer Expansion oder Rezession befindet, kann in massiven Ausmaß Folgen für Kurse im Forex-Handel haben. Welche Veränderungen sich innerhalb eines Wirtschaftskreislaufs abzeichnen, kann am Ende für erhebliche Kursschwankungen am Devisenmarkt sorgen.

Nicht ohne Grund berufen sich sowohl politische als auch wirtschaftliche Entscheider oder Banken auf eben diesen Wirtschaftsindikator, wenn sie neue Prognosen erstellen. Für Trader wichtig: Sie müssen daran denken, dass dieser Indikator nachfolgend funktioniert.

Bewegungen bei wichtigen Leitzinsen

Die Verantwortung der Veröffentlichung neuer Leitzins-Informationen liegt in den USA beim Dienstleister Federal Open Markets (FOMC). Und zwar erfolgt diese Analyse pro Jahr acht Mal. Über sinnvolle Zins-Anpassungen denken natürlich auch die EZB – die Europäische Zentralbank – und andere Währungshüter nach. Trader weltweit verfolgen die Entscheidungen der Sitzungen aus gutem Grund sehr aufmerksam. Jeder Devisenhändler sollte diese Kennzahl jederzeit im Blick haben. Auch, wenn der Eindruck nahe liegt, dass nationale Zinsveränderungen vor allem vor Ort Auswirkungen haben, ist dies am globalisierten Währungsmarkt nicht ganz richtig – Stichwort: Wechselwirkungen. Ändert etwa die Federal Reserve in den USA ihre Zinspolitik, zieht dies oft auch Korrekturen der Marschrichtung an anderer Stelle nach sich. Zudem hat eine Auf- oder Abwertung des US-Dollars weitreichende Folgen für den Welthandel. Chinas wiederholte Yuan-Abwertung brachte der Regierung in Peking jedes Mal Kritik anderer Staaten ein.

Verbraucherpreisindex und Erzeugerpreisindex – wie entwickeln sich Güter- und Dienstleistungspreise?

Der sogenannte Verbraucherpreisindex (VPI) dient als Wirtschaftsindikator zur Ermittlung der Kosten für Güter einerseits und Dienstleistungen andererseits. Dabei beziehen sich die Daten stets auf einen bestimmten Zeitpunkt. Das Resultat der Messungen sind Aussagen zur Geschwindigkeit, mit der Preise steigen oder eben fallen. Einmal mehr es als um den Aspekt der Preisstabilität. Es geht also um Angaben in Relation zur Inflationsrate. Nachteilig für die Ökonomie ist hierbei, wenn ermittelte VPI-Werte zu stark und zu lange von der Inflations-basierten Norm abweichen. Wichtig: Im Falle der FED-Berechnungen spielt vor allem der Preisindex im Bereich des Privatkonsums eine Rolle. Der VPI ist sowohl für Forex- als auch CFD-Trader eine wichtige Bezugsgröße. Allerdings ist der Verbraucherpreisindex wissenschaftlich betrachtet nicht optimal präzise, wenn Sie als Devisenhändler belastbare Prognosen zyklischen Wendepunkten suchen.

Ein Erzeugerpreisindex (Producer Price Index (PPI)) verfolgt einen recht ähnlichen Ansatz wie VPI-Werte. Indes, hier geht es wie erwartet um die Messung der Güter-Produktionskosten, die wiederum Bestandteil der VPI-Daten sind. Erzeugerpreisindizes verzichten auf die Einbindung von Kosten für Gütern wie Nahrungsmitteln oder Energie, sprich beispielsweise Strom. Das Ergebnis dadurch ein besonders reines sein. Hilfreich kann es für Devisenhändler sein, der Kostenentwicklung im Produktionssektor zu folgen. So lässt sich ein PPI besser bewerten. Als Händler können Sie so letztlich eher das Ausmaß des Einflusses auf die Wirtschaft aktuell und in Zukunft beurteilen.

Inflation – nicht immer berechtigt das ökonomische Schreckgespenst

Als Inflation bezeichnen Ökonomen innerhalb eines Wirtschaftssystems den konstanten Anstieg der jeweiligen Geldmenge. Inflation bestimmt und fördert die Produktion sowie den Konsum im Wirtschaftskreislauf. Gleiches gilt für Dienstleistungen. Im Bereich der Wirtschaftsindikatoren erlaubt die Inflation besonders gute Beurteilungen über den Gesundheitszustand eines Systems. Entgegen vieler landläufiger Meinungen können Politik und Zentralbanken den Grad der Inflation nur zum Teil beeinflussen. Diese Erkenntnis ist wichtig für jeden Forex-Händler. Wirtschaften zeichnen sich mit Blick auf den Gesundheitszustand durch verschiedene Werte aus. Viele Staaten und Wirtschaftsgemeinschaften sehen einen jährlichen Inflationsanstieg in Höhe von etwa zwei Prozent als erstrebenswert an. Im Bereich der sogenannten Entwicklungsländer wiederum sind Werte bis sieben Prozent durchaus üblich – ohne, dass unter Investoren gleich Angst und Panik ausbrechen. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Inflationsraten können wirtschaftlich unerwünschte Folgen haben.

Sowohl Hyperinflation – also zu große Geldmengen im System – als auch Deflation (mit zu geringen Mengen) können zur Belastung des Kreislaufs werden und schädlich für die Ökonomie sein. Weshalb es schwierig ist, Inflation in engen Grenzen zu halten, ist schnell erklärt. Ein Grund: Es gibt etliche Quellen, die für Zu- und Abfluss von Geldmengen führen. Das Verschwimmen von Landesgrenzen für Marktteilnehmer stellt hierbei ebenfalls ein Problem dar. Richtig ist dennoch, dass der Wert von Währungen sinkt, wenn die Inflationsrate zu hoch ausfällt. Eine solche Entwicklung macht es für Investoren beim Devisenhandel schwierig, Währungen als Teil des Portfolios angemessen einzuplanen. Preisstabilität ist wichtig, um eine gesunde Vertrauensbasis am Markt zu schaffen.

Konsumklimaindex und Verbraucherstimmung

In den USA ermittelt die Universität von Michigan die Verbraucherstimmung, den Konsumklimaindex wiederum fertigt das sogenannte „Conference Board“. Es gibt jedoch rund um den Verbrauchersektor unterschiedliche Erhebungen. Nichtsdestotrotz sind beide genannten Indikatoren bzw. Berichte ein wichtiges Forex-Instrument. Der Konsumklimaindex definiert die Verbraucherstimmung, unter anderem im Hinblick auf die Ausgabe-Bereitschaft. Hier hinterlassen unter anderem Arbeitsplatzsorgen bleibende Spuren. Ein hoher Konsum kurbelt die Wirtschaftsleistung an. Der US-amerikanische „Consumer Confidence Index“ erscheint üblicherweise zum Monatsende. Die besagte Universität veröffentlicht ihre Daten zweimal monatlich. Dabei wird weiterhin zwischen vorläufigen Daten und einer endgültigen Veröffentlichung unterschieden.

Am US-Finanzmarkt sind beide Berichte besonders einflussreich und können Prognosen zu einer bevorstehenden Trendwende erlauben. Eine positive Verbraucherstimmung spricht für einen potentiellen Wirtschaftsaufschwung und nachfolgend steigende Kurse am Aktienmarkt. Andersherum ist eine schwache Verbraucherstimmung ein Wirtschaftsindikator ein Hinweis auf einen kommenden Abschwung und schwierige Phasen am Aktienmarkt.

Arbeitslosenquoten (samt Prognosen & Erstanträgen)

Als Arbeitslosenquote wird der Anteil der Bevölkerung bezeichnet, der sich behördlich als arbeitssuchend gemeldet hat. Die Angaben erfolgen in Prozenten. Befindet sich eine Ökonomie in einer steigenden Phase, sind die Daten nachlaufend. Die Aussagekraft für Forex-Händler betreffend, ist zu sagen: Die Arbeitslosenzahlen können weiterhin zulegen, obwohl die jeweilige Wirtschaft längst die Talsohle einer rezessiven Bewegung hinter sich gelassen hat. Betont sei, dass Arbeitslosigkeit und Konsumlaune in einer engen Relation zueinander stehen. Je länger eine Arbeitslosigkeit vorliegt, desto weniger sind Betroffene bereit zu konsumieren. Die Gesamtheit aller Arbeitslosen hat damit Einfluss auf das Konsumklima und die Verbraucherstimmung gleichermaßen.

Industrieproduktionsindizes

In den USA ist der Industrieproduktionsindex (sowie in anderen Ländern die jeweiligen Gegenstücke) die Ermittlungsbasis zur Produktion. Dabei geht es um Produktionsmengen, nicht aber um den Produktionswert in der Währung US-Dollar. Die drei wesentlichen Größen für die relative jährliche Basiswert-Berechnung sind drei Sparten. Der Bereich Bergbau, die Herstellung von Waren sowie der Energiesektor mit Gas und Elektrizität. Die Berichte werden von der FED präsentiert – jeweils zur Mitte eines Monats. Als Quelldaten dienen zum Teil Angaben aus dem Industriesektor. Aber auch Umfragen und Informationen von Organisationen aus dem Handel können berücksichtigt werden. Die FED schätzt einzelne Berechnungswerte im Einzelfall – wie etwa die verbrauchte Energie in verschiedenen Bereichen der Industrie oder die Lage am nationalen Arbeitsmarkt. Insgesamt besteht der Index aus einer dreistelligen Anzahl von Kennzahl und Einzeldaten. Dass die Industrie in diesem Zusammenhang eine so große Rolle einnimmt, ist kein Zufall. Denn bezüglich zyklischer Entwicklungen der US-amerikanischen Ökonomie ist gerade das Baugewerbe von hoher Relevanz.

Handelsbilanzen als wichtiger Wirtschaftsindikator beim Forex-Trading

An dieser Stelle der Handelsindikatoren geht es um die totalen Im- und Exportmengen – genauer: um das Verhältnis zwischen beiden. Positive Handelsbilanzen liegen vor, wenn mehr exportiert als importiert wird. Negativ ist die Bilanz dementsprechend, wenn Importe höher als Exporte ausfallen. Eine positive Bilanz ist für förderlich für eine Wirtschaft und die dortige Währung. Parallelen können mit Blick auf den Handelsverkehr gezogen werden. Jedoch geht es hier eher um den Geldfluss im Im- und Exportbereich. Ein höheres Investoreninteresse an der Wirtschaft XY steigert den Handel hinsichtlich einer positiven Handelsbilanz. Nicht verschwiegen sein im Kontext, dass ein konstant hoher positiver Handelsverkehr auch sogenannte ökonomische Blasen fördern kann. Zwar können ins System eingebrachte Geldmengen wieder abgezogen werden – produzierte Waren und Dienstleistungen hingegen nicht. Wird in einer Wirtschaft ein positiver Handelsfluss erkennbar, spricht dies für eine gesunde Lage des Wirtschaftsraums samt einem Nachfrageanstieg bezüglich der Währung.

Auslastungen der Kapazitäten in verschiedenen Wirtschaftssparten

Um am Beispiel der USA zu bleiben: Die Kapazitätsauslastung gibt an, in welchem Ausmaß der Sektor der Warenherstellung in Relation zur maximalen Auslastung zu bewerten ist. Ein zentraler Begriff ist in diesem Kontext das Höchstmaß des Outputs im Produktionssektor, der tatsächlich realisierbar ist. Ausfälle innerhalb der Produktion – maschineller Verschleiß, Streiks oder schlicht Pausen von Arbeitnehmern – fließen in den Indikator mit ein. Ausgangspunkt des Indikators ist der oben genannte Industrieproduktionsindex, welcher wiederum durch einen entsprechenden Vollauslastungs-Index geteilt wird. Ableiten lässt sich aus diesem Indikator vielfach ein kommender Trend sowie zur Inflationsentwicklung. Eine hoch und stabile ausgelastete Produktionsbranche neigt zu Preissteigerungen. Drohen zudem Produktionsengpässe, legt auch dies steigende Preise nahe – auch im Bereich der Verbraucherpreise und der Inflation. Zu geringe Kapazitätenauslastungen können früher oder später eine Rezession ankündigen.

Unser Fazit zu wichtigen Wirtschaftsindikatoren

Auch Umsätze im Einzelhandel oder Gewinne bei Anleihen sind von Bedeutung. Als Forex-Trader sollten Sie zumindest grundlegend mit den genannten Merkmalen vertraut sein, um eine rentable Forex Indikatoren Strategie erarbeiten zu können. Dies gilt sowohl dann, wenn Sie manuelle Handelsentscheidungen treffen als auch für den Fall, dass Sie auf automatisierte Handelssysteme vertrauen. Je nachdem, welche Strategien Sie verfolgen möchten, sollten Sie viele oder wenigstens einige der präsentierten Kennzahlen verwenden und ständig verfolgen. So können Sie anhand der Daten den richtigen Moment für Ihren Ein- oder Ausstieg in Devisenpositionen abwägen und Entscheidungen treffen. Oder aber den Entschluss fällen, dass Sie Ihre bestehenden Forex-Orders einfach weiterlaufen lassen, weil Sie mit baldigen Veränderungen der Situation am Forexmarkt rechnen.