Kennzahlen und Indikatoren für Ihre charttechnische Analyse

Kennzahlen und Indikatoren für Ihre charttechnische Analyse

Im ersten Teil unseres Ratgebers zu Kennzahlen und Indikatoren haben wir uns mit den diversen fundamentalen Daten der Wirtschaft und ihrem individuellen Informationsgehalt für Forex-Trader beschäftigt. Für Nutzer der Fundamentalanalyse sind diese Details wichtig – und zwar nicht nur für Händler am Devisenmarkt. Sofern Sie mit Binären Optionen, Aktien, Differenzkontrakten und anderen Finanzprodukten handeln, sollten Sie ebenfalls ausreichend Zeit für die Einarbeitung in dieses Thema einplanen. Starten Sie erst danach in den aktiven Handel mit der richtigen Forex-Strategie. An dieser Stelle geht es nun im Forex Indikatoren Vergleich, die Sie in Ihre Strategie im Zusammenhang mit der sogenannten Charttechnik integrieren können. Trendfolge, Gegentrend oder Oszillatoren sind Begriffe, die Ihnen noch nie begegnet sind? Dann sollten Sie auch jeden Fall weiterlesen. Unsere Handelsexperten versuchen im Folgenden Licht ins Dunkel zu bringen.

Auch Termini wie (gleitende) Durchschnitte und andere Punkte werden Ihnen begegnen. Gleiches gilt für die bei vielen Händlern (Tradern) beliebten Bollinger Bänder, Stochastic-Indikatoren, den sogenannten MACD und verschiedene andere Handelssignale, die Ihnen bei Handel im Bereich Währungen – Fiatgeld wie auch Kryptowährungen – als wichtige Grundlage dienen können. Der Hinweis ist insofern wichtig, da viele Händler eben nicht nur in eine Anlageklasse investieren oder nur Aktien traden.



Einfacher Gleitende Durchschnitt als Indikatoren der Charttechnik

Für das Forex Trading lassen sich Kennzahlen auf der einen Seite in trendfolgende Indikatoren und auf der anderen Seite in Oszillatoren gliedern. Für Einsteiger lohnt sich ohne Frage im ersten Schritt die Suche nach dem einfachsten Ansatz, der auch ohne weitreichendes analytisches Wissen leicht anzuwenden ist. Die Variante mit einem einfachen gleitenden Durchschnitt – genauer einen Durchschnitt mit „n“ Perioden. Innerhalb der individuell zu definierenden Perioden werden jeweils die letzten Schlusskurse verwendet. Diese werden im Anschluss addiert und dann durch die Anzahl der Periodenkurse geteilt. Ein einfacher gleitender Durchschnitt wird auch als Simple Moving Average (SMA) bezeichnet.

Bei etwas komplexeren Vorgehensweisen können Sie darüber hinaus auch ergänzend auf folgende Kurswerte vertrauen:

  • Tiefstkurse
  • Mittelkurse
  • Höchstkurse

Bei derlei Gleitenden Durchschnitten handelt es sich um sogenannten „geglättete Trendlinien“. Ein wesentlicher positiver Aspekt dieser Linienmodelle: Sie können komfortabel in jedes Handelssystem übernommen werden.

Erläuterungen zu Forex Indikatoren im Rahmen der MACD-Strategie

Der Indikator „Moving-Average-Convergence-Divergence“ (MACD) findet in der Markttechnik oder Chartanalyse beim Währungshandel ebenfalls sehr häufig Anwendung. Er setzt sich aus drei gleitenden Durchschnitten zusammen, von denen jeder für sich exponentiell gewichtet wird. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass generell jüngere Kurswerte stärker bei der Berechnung der Indikatoren berücksichtigt werden als ältere Werte. Der MACD bildet letztlich die Differenz zwischen dem einem kürzeren oder auch schnelleren Durchschnittswert auf der einen und einem längeren bzw. langsameren durchschnittlichen Wert auf der anderen Seite. Die Darstellung des Indikators erfolgt auf Basis zweier Linien sowie einem Histogramm. Der MACD gilt als der bekannteste Indikator im Rahmen von Trendfolgestrategien. Die Tatsache, dass aktuellere Kurse stärker gewichtet werden, sorgt dafür, dass der ermittelte Durchschnitt vergleichsweise empfindlich auf Bewegungen am Markt reagiert.

Vorteilhaft für unerfahrene Trader, die auf kostenpflichtige Handelssoftware zunächst verzichten möchten:
MACD-Linien gehören meist Standardausstattung vieler Chartprogramme. Dabei sind es vor allem Differenzen im Bereich von mindestens 12 bis maximal 26 Perioden, die in Programmen zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch auch Angebote mit einer größeren Auswahl.

Steigt die Indikatorlinie, nimmt auch der Abstand der beiden Durchschnitte zu. Linie 2 wiederum ist mit Blick auf standardisierte Programmeinstellungen wiederum meist ein Durchschnitt auf Basis von neun Perioden. Die exponentielle Gewichtung greift abermals bei der MACD-Linie. Es zeigt sich: Signallinien reagieren weniger empfindlich auf Marktveränderungen als die betreffende MACD-Linie. Ein Kaufsignal („Longsignal“) liegt vor, wenn die MACD-Linie die MACD-Linie durchkreuzt. Im entgegengesetzten Fall handelt es sich um ein mehr oder weniger klares Verkaufssignal („Shortsignal“). Der MACD-Indikator lässt sich als Teil der Trendfolgestrategie unterschiedlich sensibel einrichten. Oder eben „träge“, wie es im Fachjargon heißt. Erreicht wird dies durch die jeweilige Wert-Gewichtung sowie die Zeiträume, für die Werte berücksichtigt werden sollen. Träge bedeutet, dass Indikatoren erst im Falle eines recht langen/etablierten Trends anschlagen und Handelssignale anzeigen, dann aber eine recht hohe Trefferquote aufweisen. Stellen Sie Ihren Indikator sensibel ein, zeigt er früh Handelssignale an.

Viele dieser Hinweise jedoch können oft eher als Fehlalarm identifiziert werden. In einem Trendmarkt ist der trendfolgende MACD-Indikator ein gutes Hilfsmittel. In einem schwachen Markt ohne wirklichen Trend fallen die Ergebnisse nicht unbedingt überzeugend aus. Dies spricht letzten Endes für die Einbindung weiterer Filter-Instrumente. Erwähnenswert ist, dass eine MACD Handelsstrategie ebenso Trendumkehrformationen erkennbar machen kann.

Oszillatoren Als Indikatoren der Charttechnik im Vergleich

Neben Trendfolgeindikatoren bilden Oszillatoren DEN zweiten wesentlichen Kernbereich auf dem Sektor der Indikatoren. Hintergrund hierbei ist die Suche nach Signalen auf überkaufte oder -verkaufte Situationen am Devisenmarkt. Der technische Vorteil dieser Indikatoren ist darin zu sehen, dass die Grundlage von Oszillatoren das jeweilige Momentum eines Trends ist. Das Momentum wiederum repräsentiert die innere Trendstärke. Problematisch ist es mitunter, eine Beziehung zwischen der Stärke eines Trends x und den Eigenschaften des Trend-Momentums herzustellen. Ist dies möglich, lassen Oszillatoren oft schon mit Blick auf einen jungen Trend Situation erkennen, die entweder überkauft oder überverkauft zu bewerten sind. Zum Einstieg verwenden Trader oft den wohl bekanntesten Indikator der Sparte: den Relative Strenght bzw. Relative Stärke Index (RSI).

Dessen Entwicklung geht auf den Analysten und Ingenieur J. Welles Wilder Jr. Für viele Devisenhändler gilt Wilder als einer der wichtigsten Entwickler technischer Indikatoren überhaupt. Seine Arbeit dient bis als bedeutende Grundlage vieler Programme zur Technischen Analyse.

Achtung:
Den RSI sollten Sie nicht mit Relativen Stärke verwechseln. Sie dient als Instrument, um unterschiedliche Märkte miteinander vergleichen zu können!

Der RSI bringt Marktgewinne und -verluste in Relation zueinander. Ausgangspunkt ist dabei in vielen Fällen die Schlusskursbasis für einen Zeitraum/eine Periode x. In Handelssoftware ist das Zeitintervall vielfach auf 14 Tage vordefiniert. Natürlich sind auch hier abweichende Zeiträume einsetzbar. Der RSI gibt aufgrund seiner Skalierung generell Werte im Bereich von 0 und 100 an. Von einem überkauften Markt spricht man bei Werten jenseits der Marke von 70 Punkten. Auf der anderen Seite weisen Werte von 30 oder darunter auf einen überverkauften Markt hin. Suchen Sie als Forex-Trader nach Signalen für überverkaufte und überkaufte Situationen auf dem Markt, sind Oszillatoren wie der RSI ein wertvolles Instrument. Den größten Profit können Sie aus diesen Indikatoren ziehen, wenn Sie eine Trendumkehrstrategie verfolgen. Viele Analysten sprechen von einem Aufwärtstrend, wenn der RSI über 50 liegt. Ein Abwärtstrend lässt sich attestieren, wenn der Wert unter 50 angesiedelt ist. In besonderer Weise gilt dies bei der Auswertung von Tagescharts.

Widerstand und Unterstützung als Indikatoren für Forextrader

Bevor wir uns in den letzten Abschnitten noch kurz und bündig einige weitere beliebte Forex Indikatoren anschauen, wollen wir uns noch mit einem anderen wesentlichen Themenkomplex befassen. Gemeint sind Unterstützungen und Widerstände. Beide Ansätze funktionieren nach einem relativ einfachen Konzept. Auf die Effizienz wichtiger Unterstützungen und Widerstände innerhalb der Chartanalyse aber hat diese Einfachheit keinen negativen Einfluss. Im internationalen Sprachgebrauch begegnen Ihnen die beiden Gruppen unter den Namen „Support“ und „Resistance“. Sowohl Widerstände als auch Unterstützungen können im Kursdiagramm auf günstige Momente für einen Einstieg hindeuten. Durch das Definieren von Stopps können Händler zugleich besonders sicher spekulieren und das Risiko massiv reduzieren. Unterstützungszone und Widerstandsbereiche im Chart können schnell und verlässlich Aufschluss geben, bei welchen Kursen sich Käufe und Verkäufe lohnen.

Ein Beispiel für einen Stopp wäre das Ansetzen eines solchen leicht unterhalb eines erkennbaren Tiefpunktes bei einem Währungspaar. Im entgegengesetzten Szenario würde ein Stopp etwas oberhalb eines Hochpunktes sinnvoll sein. Handelssignale aus dem Bereich Unterstützungen und Widerständen sind aus gutem Grund beliebt. Schließlich sind sie sehr effektiv – gerade in der Kombination mit Stopps ermöglichen Sie gleichermaßen Anfängern wie erfahrenen Forex Tradern einen sicheren Einstieg in den Markt.

Andere häufig genutzte Forex Indikatoren bei Verwendung der Charttechnik

Modell 1: Bollinger Bänder (Bollinger Bands)

Wer auf Bollinger Bänder setzt, verspricht sich von ihrem Einsatz Aussagen über die derzeitige Volatilität eines Marktes. Bollinger Bands fallen eher enger aus, wenn die charttechnische Analyse eine geringe Marktvolatilität verdeutlicht. Dementsprechend kommt es zu einer Weitung der Bänder, wenn die Volatilität (Marktbreite) einen Anstieg verzeichnet. Volatilität steht in diesem Kontext wie immer für die Schwankungsbreite, also das Ausmaß der Kursschwankungen. Ein Vorteil von Bollinger Bändern besteht darin, dass diese eine Anwendung als Unterstützungs- und Widerstandslinien erlauben.

Modell 2: Stochastic

Spricht man von den wesentlichen Forex Indikatoren, muss unweigerlich die Variante Stochastic thematisiert werden. Auch sie gibt Tradern Aufschluss darüber, ob ein bestimmtes Produkt des Finanzmarktes im Augenblick der Analyse überkauft oder überverkauft ist. Hinweise ergeben sich aus einer Dreiteilung im Kurschart. Für einen Kauf spricht es, wenn Kurse unter die Schwelle von 20 Punkten fallen. Für einen Verkauf spricht der Anstieg eines Wertes über die Marke von 80. Im Zwischenbereich wiederum gibt es weder für die eine noch die andere Entscheidung eindeutige Handelssignale.

Modell 3: Parabolic SAR

Die Abkürzung SAR steht für „Stop and Reversal“. Hier geht es darum, Kurspunkte über oder unter dem jeweiligen derzeitigen Kursniveau ausfindig zu machen. Besonders gut lässt sich dieser strategische Weg verfolgen, wenn Sie über einen Einstieg in einen vorliegenden Trendmarkt nachdenken. Die besagten Punkten dienen als Forex Indikator für eine Trendumkehr einerseits und einen Stop Loss andererseits.

Modell 4: Exponentieller gleitender Durchschnitt

Der exponentielle gleitende Durchschnitt (Exponential Moving Average (EMA)) leitet sich vom einfachen gleitenden Durchschnitt ab. Er ist genau genommen eine Art Erweiterung. Während beim SMA verwendete Daten zum Kurs ein gleiches Gewicht haben, berücksichtigen EMAs alle vorhandenen Kursinformationen. Dabei sind einmal mehr Zeiträume zwischen 12 und 26 Tagen eine gute Analysebasis. Ein EMA eignet sich gut für die Berechnung kurzfristiger Durchschnittswerte. Um langfristige Entscheidungen abzuleiten, bieten sich exponentielle gleitende Durchschnitte mit einem Analysezeitraum von 50 bis 200 Tagen an. Hier von 12 und 26 Tagen sind für kurzfristige Durchschnitte geeignet, während EMAs für 50 und 200 Tage als langfristige Trendindikatoren verwendet werden können. SMAs und EMAs lassen sich weitgehend ähnlich interpretieren. Wesentlicher Unterschied: Verwenden Sie einen EMA, wird dieser meist deutlicher auf aktuelle Kursveränderungen reagieren. Das Ergebnis ist normalerweise, dass Ihnen mehr Handelssignale vorliegen, die von einem bärischen zu einem bullischen (und vice versa) Markt künden.

Modell 5: Average Directional Index (ADX)

Wie viele andere Forex Indikatoren für Ihre erfolgreiche technische Analyse arbeitet der Average Directional Index mit einem Wertebereich von 0 bis 100. Wichtig: Der ADX gibt Hinweise auf die Stärke eines Trends. Ein eher schwacher Trend zeichnet sich, wenn Werte von 20 oder darunter abzeichnen. Werte von 50 und mehr wiederum lassen auf einen starken Trend beim betrachteten Finanzprodukt oder Index schließen. Durch den Indikator können Sie Rückschlüsse dahingehend ziehen, ob bei einem Trend von einer Fortsetzung oder Abschwächung auszugehen ist. Kommen Sie zu der Erkenntnis, dass sich ein Trend abschwächt, sollten Sie das Schließen einer Position in Betracht ziehen und auf eine Gewinnmitnahme setzen.

Forex Indikatoren ermöglichen die Aneignung des nötigen Know-how

Ganz gleich, welche Forex Indikatoren Sie am Ende verwenden, um eine echte Trendwende von vorübergehenden Ausbrüchen zu unterscheiden: Befassen Sie sich unbedingt mit den genannten Signalgebern. Beim Unterscheiden von Trendwechseln und einer Art „Grundrauschen“ auf dem Markt können Bollinger Bands eine nicht zu unterschätzende Hilfe sein. Doch auch die übrigen Indikatoren sollten Sie als Teil ihrer Handelsstrategie in Betracht ziehen. Arbeiten Sie sich schrittweise ins Thema ein, um passende Handelssignale für Ihre bevorzugte Strategie zu definieren. Dies bedeutet beim Einsatz einer Software zugleich, dass Sie die Funktionsweise der Programme genau verstehen müssen. Häufig bietet es sich an, mit Ober- oder Untergrenzen bei der Kursentwicklung zu arbeiten. Mit diesen können Sie Vorgaben einrichten, um dann sinnvolle Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen.

Einmal mehr verdienen dabei Stopp-Loss-Orders Erwähnung, um mit diesen gekoppelt an Ihre Strategie das Verlustrisiko einzugrenzen. Auch ohne eine Software setzen Sie durch die Verbindung einer Strategie mit einem der genannten Signale bereits auf ein Handelssystem.

Schlussbemerkungen zum Thema überkaufter und überverkaufter Märkte

Führen Sie sich bei der Entscheidung für Forex Indikatoren zur Chartanalyse stets vor Augen: Einzelwerte und ganze Märkte unterliegen durch Bewegungen von Angebot und Nachfrage steten Schwankungen. Diese sind nicht für Laien indes nicht immer gleich ersichtlich. Um diese rechtzeitig zu erkennen, erweisen sich Handelssignale bei jeder Strategie als ideales Fundament. Kurse fallen, wenn das Marktangebot steigt oder das bisherige Niveau hält. In diesem Fall ist von einem überverkauften Markt die Rede. Ein Kursanstieg ergibt sich, wenn die Nachfrage höher als das Marktangebot ausfällt oder gleich bleibt. Dann spricht man von einem überkauften Markt. Haben Sie vorangehenden „Basics“ verstanden und erkannt, wie Forex Indikatoren angewendet werden, sind Sie Ihrem Erfolg beim Forextrading ein gutes Stück nähergekommen.