Fundamentale oder technische Analyse? Die zwei Seiten der analytischen Medaille

Fundamentale oder technische Analyse? Die zwei Seiten der analytischen Medaille

Wie wir auf dieser Plattform für alle wichtigen Informationen zum Thema Trading mit Devisen, ETFs, CFDs und anderen Produkten schon mehrfach geschrieben haben: Glückstreffer können auch Einsteiger erzielen, die sich allein auf Ihr Gespür für scheinbare Gelegenheiten am Finanzmarkt verlassen. Doch spätestens nach ein paar emotional getroffenen Entscheidungen (mit oder ohne Erfolg) wird es höchste Zeit, sich mit den Möglichkeiten der Handelsanalyse zu befassen. Denn auf lange Sicht werden Sie beim Handeln nur dann gewinnbringend agieren, wenn Sie sich mit den Faktoren auskennen, die Einfluss auf die Preise am Markt in den verschiedenen Sparten haben. Experten unterscheiden zwischen der sogenannten Fundamentalanalyse auf der einen und der Technischen Analyse auf der anderen Seite. Beide Ansätze können zum Erfolg führen. Schon deshalb vertrauen viele erfahrene Trader auf eine Mischung aus beiden Varianten.

Welche strategischen Ziele verfolgen Sie als Händler und Anleger?

FundamentalanalyseWelcher Weg Sie am schnellsten zum Erfolg führt, hängt auch und gerade damit zusammen, welche Ziele Sie verfolgen. Wichtig dabei: Die Frage, welche Vermögenswerte für Investitionen und rein auf Spekulationen ausgerichtete Vermögenswerte Sie beim Handel bevorzugen. Gerade im Falle der Fundamentalanalyse gibt es – dies werden Sie im weiteren Verlauf feststellen – gibt es an den Märkten immer wieder Momente, in denen die Anwendung der zugrundeliegenden Signale unter Zeitdruck schwerfällt. Manche Werte reagieren sehr empfindlich auf wichtige Nachrichten. Digitale Währungen wie der Bitcoin haben in der Vergangenheit beispielsweise sehr akut reagiert, wenn relevante Nachrichten publik wurden. Auch Fiatgeld und der Währungssektor insgesamt weisen oftmals sehr akute Bewegungen auf. Dies demonstrierte nicht zuletzt der US-Dollar in den Wochen nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten. Insbesondere der Derivatmarkt mit Differenzkontrakten (CFDs), binären Optionen oder Zertifikaten ist sehr empfänglich für einflussreiche „News“.

Etwas weniger anfällig hingegen sind Fonds wie börsengehandelte Fonds (ETFs). Denn hier werden durch die unterschiedliche Gewichtung und Streuung des Risikos (Diversifikation) des Portfolios drohende Verluste besser abgefangen. Die Fundamentale oder Technische Analyse sollten Sie aber natürlich dennoch beherrschen, um möglichst gute Ergebnisse im Handel zu erreichen.

Achtung:
Für viele erfahrene Trader lautet die Devise „sowohl … als auch …“ statt „Fundamentale oder Technische Analyse“!

Anfangs werden Sie sich vermutlich erst einmal auf die Fundamentalanalyse verlassen und diese in Ruhe kennenlernen und die Anwendung testen. Die Charttechnik oder Technische Analyse steht bei vielen Händlern ohne Vorkenntnisse oftmals an zweiter Stelle. Spätestens mittelfristig aber sollten Sie sich auch mit diesem analytischen Konzept vertraut machen. Unser Tipp: Lassen Sie sich von Diagrammen und Begriffen wie Kerzenhalter, Relative Stärke Index, Bollinger Bändern und all den anderen Indikatoren nicht abschrecken. Mit der nötigen Ruhe werden Sie schnell verstehen, was sich dahinter verbirgt und wie Sie sich in Charts – also Kursdiagrammen – Entwicklungen ablesen und Entscheidungen für den Handel ableiten können. Bei beiden Analyse-Ansätzen ist es hilfreich, wenn Sie Zugriff auf ein Demokonto oder Musterdepot haben. So können Sie ohne direkte Verluste testen, ob Sie die Hintergründe richtig verstanden haben.

Was Ihnen unsere Analyse-Experten vor dem weiteren Einstieg in die Materie noch empfehlen möchten, bezieht sich auf den vermeintlichen „Glaubenskrieg“ innerhalb der Trading-Community. Es wird viel darüber diskutiert, man solle sich für eine der beiden Techniken entscheiden. Je tiefer Sie in das Thema der Analyse vordringen, desto eher werden Sie feststellen, dass oft eine sinnvolle Mischung beider Konzepte die besten Resultate in Aussicht stellen kann und wird. Warum dies so ist, wird mit Blick auf die Definition der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse sehr schnell offensichtlich.

Welche Ziele verfolgen Fundamentalanalyse und Chartanalyse eigentlich?

Kurz und knapp lässt sich im Vorfeld der ausführlichen Erklärung sagen: Anwendern der Fundamentalanalyse geht es um die Ermittlung des sogenannten inneren Wertes eines Wertpapiers xy. Im Englischen spricht man hier auch vom Fair Value“. Als Basis dienen Fundamentaldaten, zu denen bei Aktien (aber auch Devisen und Rohstoffen) unter anderem Bilanzen gehören. Der Ansatz dreht sich also um die Suche nach gerechtfertigten Preisen; die Analyse wird mitunter als eher theoretischer Weg bezeichnet. Hier spielen sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftliche Details die zentrale Rolle. Befürworter der Fundamentalanalyse vertrauen auf den Ansatz, weil sich von ihm Investitions-Empfehlungen versprechen, auch wenn sie mit dem betreffenden Asset oder Unternehmen nicht wirklich vertraut sind.

Die Technische Analyse arbeitet im Gegensatz dazu mit historischen Kursdaten und Informationen, die gewissermaßen den „Ist-Zustand“ eines Wertpapiers widerspiegeln. Kursverläufe sind das entscheidende Element. Das Fundament bilden statistische und mathematische Daten. Aber keine Angst: Sie müssen kein Mathematik-Genie sein, um die Technische Analyse korrekt anzuwenden! Auch dies werden Sie nachfolgend erkennen. Kommen wir deshalb zur detaillierten Betrachtung beider Analysemodelle. So werden Sie alles über Vor- und Nachteile erfahren und sehen, weshalb eine Kombination beider Varianten so ratsam sein kann!

Die Fundamentalanalyse – Marktdaten und andere Nachrichten als Grundlage

Wie die Technische ist die Fundamentalanalyse für Ihre Investitionen und Handelsaktivitäten hilfreich. Durch sie können Sie am Kapitalmarkt wie auch bei hochspekulativen Anlagemodellen wie Differenzkontrakten, Optionen oder ETFs sinnvolle Entscheidungen treffen. In diesem Analyse-Sektor verzichten Sie auf den Blick in Handelsdiagramme, die über vergangene und aktuelle Kurse der gehandelten Vermögenswerte Aufschluss über mögliche Veränderungen der Preise in der Zukunft erlauben. Dass viele Anfänger diese analytische Vorgehensweise bevorzugen, liegt oftmals vor allem daran, dass die mathematisch arbeitende Charttechnik zu Beginn mitunter zu aufwendig wirkt. Dabei sei nochmals gesagt, dass die Chartanalyse mit der Schulmathematik wenig zu tun hat. Zudem gibt es Software, die Ihnen die Auswertung erleichtern oder vollends abnehmen kann. Dennoch hat die Fundamentalanalyse natürlich ihre Berechtigung, wie Sie nun erkennen werden.

Worum geht es im Einzelnen bei der Fundamentalanalyse?

Die Marschrichtung bei der Auswertung fundamentaler Daten ist eindeutig: Anwender der Fundamentalanalyse suchen nach Indikatoren, die Aufschluss über den „tatsächlichen Wert“ eines Vermögenswertes geben können. Dies gelingt zwar nicht immer. Denn gerade bei sehr volatilen (also für Schwankungen anfälligen) Werten und Produkten schließen sich die Zeitfenster, innerhalb derer Sie sich die Hinweisgeber zunutze machen können, rasch wieder. Manche Signale sprechen vorrangig sogenannte Daytrader an. Diese Händlergruppe setzt auf Positionen (nomen est omen), die binnen eines einzigen Handelstages Positionen eröffnen und schließen). Zur Ermittlung des tatsächlichen oder auch „inneren“ Wertes etwa einer Aktie gibt es unterschiedliche mehr oder weniger deutlich einflussreiche Faktoren. Bei der Wertermittlung lassen sich besagte Faktoren verschiedenen Kategorien zuordnen.

Diese können bei der Fundamentalanalyse zum Beispiel so bezeichnet werden:

  • allgemeine Daten der nationalen oder internationalen Wirtschaft → Zinsentscheidungen der Zentralbanken, (staatliche) Rettungsprogramme wie in der Corona-Zeit, Handelsabkommen, Arbeitsmarktentwicklungen etc.
  • besondere Bedingungen in den Branchen, die Assets (in-) direkt betreffen → z. B. Preisentwicklungen bei Rohstoffen sowie zyklische und antizyklische Preisentwicklungen, u.v.a
  • wichtige Meldungen, die Vermögenswerte selbst betreffen → etwa Umsätze, Bilanzen, Jahresabschlüsse, Anpassungen von Dividendenleistungen, Erträge und Verbindlichkeiten einer Aktiengesellschaft sowie Bedingungen zum Wettbewerb, neue Vereinbarungen zu Partnerschaften und Übernahmen, aber auch die Leistungen im Bereich des Unternehmensmanagements

Diese drei Bereiche umfassen fraglos auch verschiedene andere Punkte und Faktoren. Deutlich wird, dass Fundamentalanalyse auf detaillierte Weise alle Faktoren untersucht, die sich auf einen Asset-Wert auswirken können. Fundamentalanalysten behalten in diesem Sinne sowohl den gesamtwirtschaftlichen Status quo als auch Entwicklungen innerhalb der relevanten Branchen sowie das eigentliche Kerngeschäft im Blick – zumindest, wenn Sie sich Aktien befassen.

Die Technische Analyse – von Preis bis Aktivität am Markt

Wer sich (und dies wird für die meisten Trader und Anleger mit großen Zielen früher oder später gelten) mit der Technischen Analyse/Charttechnik auseinandersetzt. Der innere Wert eines Vermögenswertes spielt in diesem Fall keine Rolle. Die Marktanalysetechnik zielt darauf ab, realistische Preise eines Assets zu berechnen, indem das aktuelle Markt- und Preisgeschehen berücksichtigt wird. Relevante Größen dabei sind – um beim Exempel einer Aktie zu bleiben – der Preis und das zugrundeliegende Handelsvolumen. Ein wichtiges Merkmal sind außerdem Marktindizes, denen sich ein Vermögenswert zuordnen lässt.

Interessant:
Anwender der Technischen Analyse sind der Überzeugung, dass Daten fundamentaler Art bereits eingepreist sein können, wenn es an die Chartanalyse geht!

Diesem Hinweis entsprechend gibt es also eine Verbindung zwischen Daten der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse. Wer die Technische Analyse anwendet, ist der Auffassung, dass sich aus Bewegungen bei Preisen in der Vergangenheit preisliche Aktionen in der Gegenwart oder Zukunft ablesen lassen. Die Erfolge vieler Nutzer dieser Analysetechnik bestätigen die Richtigkeit der Annahme. Allerdings gibt es natürlich auch keine Gewinngarantie.

Zu den relevanten Punkten der Charttechnik gehören zusammenfassend:

  • das Handelsvolumen Ihrer ausgewählten Vermögenswerte
  • die historischen Entwicklungen der betreffenden Kurse
  • Trends beim Handel im jeweiligen Zweig der Wirtschaft

Eine Vielzahl von Brokern und Handelsplattformen bietet Händlern und Anlegern zumindest grundlegende Instrumente für die Technische Analyse und damit verbundene Strategien bei Anlage und Investment. Weiterhin können Ihnen spezielle Programme externer Dienstleister helfen, Risiken und Chancen verschiedener Vermögenswerte zu ermitteln. Ob Sie Ausgaben für möglicherweise kostenpflichtige Software hinnehmen möchten, hängt entscheidend von Ihren Rendite-Erwartungen und Ihrem Handelsbudget. Richtig ist: Mit den Tools Ihres Handelsanbieters können Sie sich der Technischen Analyse oft schon komfortabel widmen.

Fundamentale oder technische Analyse – unser Fazit

Welche Methode der Analyse letzten Endes der richtige Weg zu Ihren möglichst schnellen Gewinnen ist, können Sie nur selbst entscheiden. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und kommen nicht ohne Grund bei vielen Marktteilnehmern parallel zueinander zum Einsatz. Viele erfahrene Investoren verwenden beide Konzepte – welche wann genutzt wird, entscheiden unterm Strich auch die Ziele Ihrer Investitionen. Anwender der Fundamentalanalyse lassen sich dem Kreis der Investoren zuordnen, die eher auf langfristige gute Ergebnisse aus sind. Wer die Technische Analyse oder Charttechnik zur Basis seiner Entscheidungen macht, strebt in den meisten Fällen eher kurzfristige Investments und damit Gewinne an. Das Vertrauen in Fundamentaldaten geht vielfach mit der Erwartung einher, auf sichere Art und Weise den erwähnten inneren Wert zu prognostizieren und daraus Entscheidungen abzuleiten.

Wer hingegen aktuelle Trends und Bewegungen am Markt ausfindig machen möchte, setzt meist eher auf die Technische Analyse. Eben, weil viele Investoren sowohl kurz- als auch langfristig spekulieren möchten, bietet sich die Kombination der Technischen und Fundamentalen Analyse an. Die Entscheidung nach dem „entweder … oder … “ muss also nicht sein. Im Gegenteil kann die Verwendung beider Analysemodelle auf Dauer besonders gute Resultate zutage fördern.