Dividendenausschüttung – ETF Anbieter verfolgen unterschiedliche Strategien

Dividendenausschüttung – ETF Anbieter verfolgen unterschiedliche Strategien

Gehören Sie zu jenen Investoren, die bisher eher auf traditionelle Geldanlagen mit fester Rendite setzen und deshalb auf Angebote wie Tages- oder Festgeld vertrauen? In diesem Fall mussten Sie in den vergangenen Jahren miterleben, dass die Zinssätze aufgrund der Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zunehmend sanken. Die gipfelte darin, dass manche Bank für normale Konten inzwischen sogar Negativzinsen auf Guthaben erhebt. Die Folge: Immer mehr Anleger loten die Chancen von Anlageklassen wie Aktien aus – auch börsengehandelte Fonds (ETF) rücken zunehmend ins Interesse normaler Sparer. Dabei gilt es natürlich einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen. Sowohl bei Fonds als auch bei Aktien stellt sich zum Beispiel die wichtige Frage, wie Gewinnausschüttungen in Form von Dividenden beim Investor ankommen.

Auch, wenn die Corona-Pandemie viele Aktienunternehmen zur vorläufigen Aussetzung von Dividendenzahlungen bewegte. Noch immer sind Dividenden auch bei ETFs eine wichtige Einnahmequelle. Die unterschiedlichen Ansätze der Ausschüttung stehen in diesem Ratgeber im Mittelpunkt.

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Nicht jede Aktie und jeder Fonds bringt Dividenden

Wichtig für die Analyse ist im ersten Schritt: Weder alle Aktien- noch ETF-Titel schütten Dividenden an Inhaber von Wertpapieren aus. Zum einen beteiligen nicht alle Aktienunternehmen Anteilseigner an positiven Geschäftsergebnissen. Im Falle der börsengehandelten Fonds wiederum gibt es nicht nur Produkte auf Aktien-Basis. Darüber hinaus gibt es gewisse Regeln, um in den Genuss einer Dividende zu kommen – hier geht es vor allem um Haltezeiten bzw. den Zeitpunkt, zu dem Sie Geld in Fonds investiert haben. Schütten Fonds Dividenden aus, gibt es wiederum unterschiedliche Modelle der Auszahlung unter zeitlichen Gesichtspunkten. Am deutschen Aktienmarkt gelten im Übrigen etwas andere Regeln. Aktionäre erhalten ihre Dividenden hier erst am dritten Geschäftstag nach Stattfinden der Hauptversammlung eines Unternehmens. An anderen Märkten wiederum können Sie sich Ansprüche oft auch durch einen Kauf am Tag des Treffens der Aktionäre sichern.

Wie und wann werden Dividenden „fällig“?

Hierzulande werden Wertpapiere bis zum genannten Stichtag „ex Dividende“ und damit in Verbindung mit einem sogenannten Dividendenabzug im Handel notiert. Eine Gutschrift erhalten Sie in Deutschland, wenn ein Wertpapier spätestens am Ende des geltenden Stichtags den Weg in Ihr Depot gefunden hat. Dies gilt im gleichen Maße für ETFs. Ein wichtiger Terminus ist dabei der „Ex-Tag“. Im Zuge der Hauptversammlungen legen Unternehmen die Höhe der Ausschüttungen gemessen am gehaltenen Bestand fest. Bei großen internationalen ETFs wie etwa dem iShares STOXX Global Select Dividend 100 erfolgen Auszahlungen pro Quartal und damit jeweils in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober. Dabei wird „überschneidungsfrei“ gearbeitet, auch wenn für einzelne im Fonds abgebildete Aktien vielleicht andere Auszahlungstermine gelten. Auch kann es andere Intervalle oder einen anderen Startmonat im laufenden Handelsjahr geben.

Wissenswert:
Neben dem oben genannten Intervall der Emission von Dividenden gibt es auch abweichende Modelle. So zahlen einige ETF statt pro Quartal monatlich, pro Halbjahr oder gar jährlich aus. Auch Angebote mit unregelmäßiger Ausschüttung bietet der Markt. Deshalb ist ein bewusster ETF Vergleich das A und O für Ihre Handelsentscheidungen!

Dividendenansprüche sind keineswegs in jedem Fall garantiert

DividendenansprücheVor allem in schlechten Zeiten der weltweiten Wirtschaft behalten sich viele Aktienunternehmen zudem das Recht vor, Ausschüttungen auszusetzen. Das Corona-Jahr 2020 ist ein gutes Beispiel. Viele Aktiengesellschaften kündigten – in vielen Fällen auch auf Empfehlung der Politik – frühzeitig Aussetzungen wegen schlechter Erträge im Geschäftsjahr an. Allerdings gab es auch viele Anbieter von Aktien, die weiterhin Dividenden versprachen, obwohl sie in den Genuss staatlicher Hilfen kamen. Medial führte dies zu einigen heftigen Diskussionen. Im Normalfall aber gilt: ETF-Investoren haben Anspruch auf die zugesicherten Dividenden zu Aktien, die im (Index-) Fonds enthalten sind. Krisenphasen sind diesbezüglich die beliebte Ausnahme. Und an diese denkt in guten Marktsituationen niemand gerne. Diese zwei typischen Varianten der Ausschüttungen haben sich in Verbindungen mit Aktien-ETF am Markt etabliert.

  • Turnusmäßige Auszahlungen
  • thesaurierende Ausschüttungen

Modell eins sieht eine Überweisung der Gelder direkt auf Ihr Depot vor. Sie erhalten also zum vereinbarten Moment die Gutschrift und können entscheiden, ob Sie das zusätzliche Kapital anhand eigener Interessen erneut in ETF und andere Anlageklassen investieren oder für andere Zwecke verwenden möchten. „Thesaurierend“ wiederum bedeutet: Der Fondsbetreiber übernimmt eine automatisierte Reinvestition in die Aktien Ihrer Fonds. Beide Wege haben für Anleger Vor- und Nachteile. Durch die Reinvestition wird Ihnen Arbeit abgenommen, falls Sie ohnehin eine Aufstockung Ihres Depots planen. Dafür sind Ihre Dividenden abhängig von vertraglichen Vereinbarungen (Stichwort: Kündigungsfrist der Thesaurierung und Zweckbindung bei Fonds-Produkten) nicht frei verfügbar. Bei der Ausschüttung zu festen Terminen hingegen müssen Sie immer wieder neu entscheiden, was Sie mit Ihrem Geld anstellen möchten.

Broker erteilen in Deutschland Auskunft über steuerliche Handhabung

Hier wie dort sollten Sie sich genau informieren, welche steuerlichen Bedingungen genau zu beachten sind. Denn der Fiskus verdient natürlich auch an Dividendenzahlungen mit. Dieses Thema allerdings ist so umfangreich, dass eine genauere eigenständige Betrachtung verdient. Beim Handel über deutsche Broker und solche mit eigenen Niederlassungen am Standort Deutschland sieht der Gesetzgeber in aller Regel wie beim normalen (Börsen-) Handel eine direkte Abführung der fälligen Abgaben vor. Dabei spielen wie immer die gesetzlich festgelegten Freibeträge eine wichtige Rolle. Freistellungsaufträge können Sie in diesem Fall üblicherweise über die Plattformen Ihres Anbieters abrufen, wenn es um die Vorgaben zur Anrechnung im Rahmen Ihrer Steuererklärung geht. Dividendenleistungen ganz gleich welcher Art sind für die Steuerzahlung anhand erzielter jährlicher Erträge immer zu berücksichtigen.

Auch Gewinne über Dividenden sind steuerpflichtig

An dieser Stelle aber geht es nicht um steuerliche Aspekte, sondern erst einmal um die Vorgehensweise bei der Auszahlung und mögliche Reinvestition von Dividenden an sich. Je nachdem, welchen Produkten und welcher Art der Dividendenausschüttung den Vorzug geben im Rahmen der Produktauswahl. Steuern zahlen Sie so oder so. In aller Kürze sei gesagt: Üblicherweise zahlen Sie auch auf Dividenden die normale Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent sowie den bisher pauschalen Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent. Bei der zuletzt genannten Steuer wird es zukünftig aber einige Neuregelungen mit einer Staffelung geben. Genau deshalb verdient die Steuerthematik gesonderte Betrachtung. Zudem zahlen viele deutsche Anleger Kirchensteuer auf ihre Einkünfte. Wann Sie Steuern zahlen? Spätestens, sobald Sie Gewinne auf diesem Wege verbuchen – also, wenn Sie einen Verkauf tätigen und tatsächliche Auszahlungen erfolgen.

Bevor wir uns die beiden Ansätze der direkten Ausschüttung bzw. einer Wiedereinlage anschauen, möchten wir kurz erklären, weshalb Ihr bevorzugter Weg wichtig ist. Viele Anleger nutzen beim Spekulieren bewusst sogenannte Dividendenstrategien. Dividenden können faktisch ein fester und wichtiger Teil Ihrer Strategie sein. Sie können diese also bewusst in Ihre individuellen Gewinnziele einplanen. Wie erwähnt kann dies aber auch zwei Wegen gelingen – die thesaurierende und die ausschüttende Variante. Schauen wir uns also nochmals im Detail an, wie die beiden Konzepte vonstattengehen.

Ausschüttung von Dividenden in regelmäßigen Intervallen:

Ganz gleich, welchen Fonds oder Aktien Sie den Vorzug geben – sofern Sie keinen konstanten Vermögensaufbau planen, sondern lieber von Zeit zu Zeit Erträge anderweitig verwenden möchten, sind Produkte mit turnusmäßiger Auszahlung Ihr Mittel der Wahl. Freilich sollten Sie wie oben erwähnt an fällige Steuern denken. Ab einer gewissen Höhe können Sie nicht über den vollen Gewinn aus Dividendenzahlungen verfügen. Gerade Investoren, die nicht nur ETFs oder andere Fonds für Investitionen nutzen, wissen diesen Ansatz zu schätzen. Denn so stehen Gelder nach dem Moment der Ausschüttung für andere Zwecke zur Verfügung. An anderer Stelle haben Sie bereits erfahren, dass die Termine für Auszahlungen auf Ihr Handelskonto variieren können. Manchmal können Sie Einkünfte in monatlichem Rhythmus vom Konto abrufen, bei anderen Produkten wiederum werden Ausschüttungen pro Viertel- oder Halbjahr ausgezahlt.

Auch jährliche Auszahlungen sind bei manchem Fondsmodell gängige Praxis. Die Auswahl beider Auszahlungskonzepte schwankt von Broker zu Broker. Einige offerieren besonders viele ausschüttendes ETFs (und andere Fonds), während andere Anbieter den Schwerpunkt auf thesaurierende Produkte legen. Dies gilt im gleichen Maße für Plattformen für den Aktienhandel.

Reinvestitionen mittels thesaurierender Produkte:

Ein wesentliches Schlagwort, das Ihnen in diesem Bereich sprichwörtlich über den Weg laufen wird, ist der oft erwähnte Zinseszinseffekt. Diesen können sich Investoren bei ETFs und Fonds anderer Sparten gezielt zunutze machen. Der Hintergrund: Sie verzichten bewusst auf eine Auszahlung. Stattdessen widmen Sie sich regelmäßigen fortgesetzten Sparmaßnahmen oder legen sukzessive Beiträge in weitere Fonds-Anteile an. Der Betreiber der betreffenden Fonds übernimmt automatisch für Sie die Maßnahmen erneuter Einlagen. Sobald es zu Dividendenzahlungen kommt, wird der Anbieter in Ihrem Sinne aktiv. Die erneute Investition wird dabei anhand der jeweiligen Zusammensetzung der Fonds vorgenommen. Schritt für Schritt investieren Fondsunternehmen Ihr Geld also wieder an, indem weitere Wertpapiere erworben werden, die von Fonds selbst abgebildet werden. Die Folge ist der besagte Zinseszinseffekt, da Ihr Kapital – bei erhofften weiteren Gewinnen und zukünftigen Dividendenzahlungen – wächst und gedeiht.

Ein zentraler Vorteil dabei ist darin zu sehen, dass Sie (einmal mehr vor allem im Falle von ETF-Investments) sich zumeist weitere Gebühren beim Broker für die eigenständige Wiederanlage ersparen. Dieser Punkt sollte bei der Entscheidung nicht unterschätzt werden. Vor allem deshalb nicht, weil Verluste auftreten können. Die Ersparnis kann also im Direktvergleich dazu führen, dass Sie Ihr Minus in schlechten Zeiten reduzieren.

Nochmals kurz zum Thema Besteuerung:
Werden Dividenden gemäß der definierten Intervalle ausgezahlt, übernimmt Ihr Broker oder die Depotbank Ihrer Wahl bei ausschüttenden Fonds die Abwicklung der Besteuerung. Sie müssen dann nichts weiter dafür tun. Investieren Sie in thesaurierenden ETFs/Fonds allgemein sieht der Fiskus wegen des fehlenden konstanten Geldflusses eine entsprechende Kalkulation auf der Grundlage Ihrer Konto-Vorabpauschale vor. Sie investieren am US-Markt? Wie zahlen Sie bei den „physisch replizierenden ETFs“ umgehend die fällige Quellsteuer in Höhe von 30 Prozent! Auch an den Märkten anderer Länder können gesonderte Bedingungen gelten! Einfluss haben die Vorschriften zur Besteuerung automatisch auf die Entwicklung Ihrer Fonds und Ihres Depots!

Option 3: Depotmischung beider Dividendenvarianten

Anleger, die sich nicht auf einen der beiden Ansätze der Dividendennutzung festlegen möchten, können je nach Handelsplattform natürlich auch einen Mittelweg beschreiten. So können Sie Ihr Portfolio mit ausschüttenden und thesaurierenden Fonds und anderen Vermögenswerten gleichsam bestücken. Über die Suchmasken der Dienstleister können Sie kinderleicht Produkte nach der Art der Ausschüttung filtern und schnell die Angebote ausfindig machen, die zu Ihren Interessen passen. Möglicherweise möchten Sie eben nicht die Erträge aller Werte gleich wieder anlegen lassen. Neben Informationen zu den Modalitäten der Ausschüttung erfahren Sie im Grunde immer auch Details zum Steuerthema und dazu, wie Erträge am Ende gutgeschrieben werden. Und natürlich zu den Intervallen, in denen Dividenden ausgeschüttet werden.

Unser Fazit zu den Möglichkeiten der Dividendenausschüttung:

Sie haben vermutlich erkannt, dass beide Ansätze der Dividendenausschüttung – also sowohl der umgehend ausschüttende als auch die therausierende – sinnvoll sein kann. Entscheidend sind grundsätzlich Ihre Anlageziele. Gehören Sie zum Kreis derer, die schnelle Auszahlungen von Gewinnen anstreben? Oder streben Sie den stetigen Aufbau Ihres Vermögens über Fonds auf? Sollten Sie sich nicht dauerhaft festlegen wollen, haben Sie abermals zwei Möglichkeiten. Entweder schichten Sie Ihr Depot von Zeit zu Zeit vom einen zum anderen Gutschrifts-Modell um. Oder Sie arbeiten zweigleisig, um Depot-führende Dienstleister zeitgleich Wiederanlagen als auch Auszahlungen vornehmen zu lassen.