Der Devisenskandal 2013 – Manipulationen im großen Stil

Der Devisenskandal 2013 – Manipulationen im großen Stil

Die Gerüchte um mögliche Manipulationen auf dem Devisenmarkt hielten sich schon länger. Doch im Jahre 2013 wurde erstmals gegen große Banken ermittelt, die im Verdacht standen, im großen Stil Devisen manipuliert zu haben. Den ersten Schritt machte die britische Financial Stability Authority (FSA). Die Finanzaufsichtsbehörde begann im Juni 2013 sämtliche Informationen zu sammeln, die diesen Verdacht erhärten sollten.

Wie funktioniert der Devisenmarkt?

Auf dem Devisenmarkt werden täglich mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Ein Markt, der trotz dieser Summen am wenigsten reguliert ist. Am Devisenmarkt berechnen die Finanzdienstleister Reuters und WM zur halben und vollen Stunde die Währungskurse. Devisenhändler von Großbanken sollen nun die Benchmark-Kurse so manipuliert haben, dass sie nur Gewinne erzielten. Das funktionierte insoweit, als dass sie Großaufträge ihrer Kunden gezielt zu einer bestimmten Zeit auf den Markt brachten. Da Devisen rund um die Uhr gehandelt werden, gibt es auch keinen Zeitpunkt für die Schließung der Börse. Im Juni 2013 kam alles ans Licht, als fünf Devisenhändler den Nachrichtensender Bloomberg informierten. Nach deren Angaben wurde diese Vorgehensweise bereits seit mehr als 10 Jahren praktiziert.

Der Devisenskandal zog immer weitere Kreise

Kurz danach wurden die schweizerische eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma und die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hinzugezogen. Bei den Großbanken wurden nun die E-Mails und andere Kommunikationskanäle der Devisenhändler genau unter die Lupe genommen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde der Chatroom untersucht, in denen die Händler diverse Absprachen getroffen haben.

Im Oktober 2013 hatte diese Manipulationsuntersuchung globale Ausmaße erreicht und immer mehr Finanzmarkt-Regulatoren beteiligten sich daran. Die Deutsche Bank hat sich bereit erklärt, mit den Finanzaufsichtsbehörden zu kooperieren und auch die Schweizer Großbank UBS arbeitete mit den Untersuchungsbehörden zusammen. Die Bank gehört zu den weltweit größten Vermögensverwaltern und leitete gegen mehrere Angestellte disziplinarische Maßnahmen ein.

Auch bei beim englischen Foreign Exchange Standing Committee gab es Suspendierungen. Dieses Komitee kontrolliert für die Bank of England die Devisenmärkte. Im November hat der Skandal nun auch die Vereinigten Staaten von Amerika erreicht. Die US-Regierung und etliche andere Behörden nahmen nun die Währungsgeschäfte der beiden Großbanken Citigroup und JP Morgan Chase etwas genauer unter die Lupe. Im Laufe dieser Ermittlungen wurden mehrere Devisenhändler suspendiert. Dies war auch in London und Tokio der Fall. Da es sich um betrügerische Manipulationen im großen Stil handelte, schaltete sich auch das FBI ein. Im Zuge dieser Ermittlungen wurde auch ein Händler der Deutschen Bank verdächtigt.
Manipulationen im großen Stil
Im Februar 2014 äußerte sich Martin Wheatly, der Chef der britischen FCA zu dieser Angelegenheit und erachtete die Devisenmanipulationen als sehr verwerflich. Mit den ersten Entlassungen setzten die Großbanken ein Zeichen.

Darunter waren

  • drei Händler der Deutschen Bank und
  • der Chef des Devisenhandels der Citigroup.

Das New York State Department of Financial schaltete sich ebenfalls in die Untersuchungen ein und forderte von den Banken sämtliche Unterlagen, die mit den Devisenunterlagen in Verbindung gebracht werden konnten.

Leider wurde auch bekannt, dass die US-Notenbank Fed sich bereits im vergangenen Jahr mit den Devisenmärkten befasst hatte. Ermittlungen oder andere Maßnahmen wurden jedoch nicht eingeleitet. Doch jetzt nach dem Aufdecken des Skandals, arbeiteten alle Aufsichtsbehörden dieser Welt beispiellos zusammen. Im August waren es bereits 30 suspendierte Devisenhändler, die im Verdacht mit dem Manipulationen standen.



Die Strafen der Banken

Im November 2014 wurden verschiedene Banken zu Strafen verurteilt. An die schweizerische Finma musst die UBS 134 Millionen Franken zahlen. Für fünf Banken kam es zu einem Vergleich. Die Zahlungen beliefen sich auf 1,4 Milliarden Dollar an die amerikanische CFTC (Commodity Futures Trading Commission) und 1,75 Milliarden Dollar an die britische FCA (Financal Conduct Authority).

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Im Jahr 2013 wurde von der FSA Informationen gesammelt und der Verdacht erhärtete sich, dass es sich hierbei um einen großen Devisenskandal handelte. Lesen Sie bei Forex Brokervergleich24 mehr über die Manipulation der Benchmark-Kurse
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