So funktioniert Quantitative Easing

So funktioniert Quantitative Easing

Beim Quantitativen Easing handelt es sich um eine Geldpolitik der Zentralbanken, die bei außergewöhnlichen Umständen zum Einsatz kommt, wobei die Geldbasis ausgeweitet wird, um die Realzinsen zu senken. Der Grund für das Quantitative Easing ist in der Bekämpfung der Rezession oder sogar der Deflation. QE kann aber auch dafür genutzt werden, um die Reserven in den Bilanzen der Geschäftsbanken zu erhöhen. Wenn der Nominalzins nahe Null steht und es dennoch zu keinem ausreichenden Investitionsanreiz kommt, wird eine quantitative Lockerung erwogen. Bei einer quantitativen Lockerung werden private Anleihen und/oder Staatsanleihen gekauft, um die Bilanzsumme der Zentralbank zu erhöhen.

Die Staatsanleihenkäufe

Bereits im Jahr 2001 kam es durch die japanische Notenbank zum Quantitativen Easing, die seitdem immer noch regelmäßig japanische Staatsanleihen aufkauft. Dadurch kam mittlerweile eine Staatsverschuldung von mehr als 240 Prozent zustande. Im Vergleich dazu kann Griechenland für „nur“ 170 Prozent noch dankbar sein. Doch obwohl jetzt bereits nahezu eineinhalb Jahrzehnte ins Land gegangen sind, ist das Wachstum und auch die Inflation in Japan noch immer sehr schwach.

Die Finanzkrise im Jahr 2009 veranlasste auch die amerikanische Notenbank Fed dazu, US-Staatsanleihen aufzukaufen, womit erst im Oktober 2014 offiziell aufgehört wurde. Dadurch konnte die Bilanzsumme der Fed binnen 5 Jahren auf etwa 4,5 Billionen Dollar anwachsen. In den USA scheint das QE dann auch tatsächlich zum gewünschten Ziel geführt zu haben, denn das Land konnte sich mittlerweile eindrucksvoll von der Krise erholen. Derzeit soll das Wirtschaftswachstum nach einer aktuellen Weltbank-Prognose bei 3,2 Prozent liegen. Im Vergleich dazu sieht es in der Eurozone mit 1,1 Prozent eher mau aus.

Großbritannien und Deutschland

Auch in Großbritannien startete die Bank of England im Jahr 2009 mit den Anleihenkäufen und darf sich laut Prognosen im Jahr 2016 über ein Wachstum von rund 3 Prozent freuen. Da das Land besonders stark von der Bankenbranche abhängt, wurde es von der Krise im Jahr 2016 enorm schwer getroffen, weshalb das Wachstum in diesem Jahr schon recht beeindruckend ist.

Die Bundesrepublik kaufte im Jahr 1975 bereits deutsche Staatsanleihen im Wert von 7,6 Milliarden D-Mark auf. Nach dem damaligen Stand entsprach diese Summe einem Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Auch damals ging es schon darum, die Zinsen zu drücken und das Wachstum anzukurbeln. Bundesbank-Chef Jens Weidmann ist allerdings ein erklärter Gegner von Anleihenkäufen.



Die Erfolgsaussichten der Anleihenkäufe

Erfolgsaussichten der Anleihenkäufe
In Bezug auf die Anleihenankäufe ist auf jeden Fall sicher, dass diese in der Vergangenheit für eine Hyperinflation oder aber zu enorm höheren Inflationsraten geführt haben. Dies ist etwas, was die Deutschen insbesondere im Zusammenhang mit dem Quantitativen Easing befürchten. Den Erfolg des QE kann man jedoch nur schwer abschätzen. Sogar in Japan, wo der QE nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, sind die Folgen noch nicht abzusehen. So stellt sich natürlich die Frage, ob die Wirtschaftslage ohne Anleihenkäufe vielleicht noch schlimmer dastünde.

Die umgekehrte Frage stellt sich dann, wenn man den Erfolg des QE in den USA und Großbritannien betrachtet, denn hier hat das Quantitative Easing zu einer wirtschaftlichen Erholung geführt. Wie hoch war hierbei der Anteil des QE?

Hier sind sich die Experten jedoch einig. Anleihenkäufe durch die Zentralbank leisten immer dann einen positiven Beitrag zur Wirtschaft, wenn sie zur jeweiligen Politik des Landes passen. Präsident George Busch sowie auch Barack Obama sorgten in den Vereinigten Staaten mit schuldenfinanzierten Staatsausgaben für einen Aufschwung. Diese Idee wird derzeit auch in der Eurozone diskutiert.