Fallbeispiel für einen erfolgreichen Forex Trade

Wie das Beispiel zeigt, kann durch den Einsatz eines Hebels mit einem geringen Kapitaleinsatz Geld verdient werden. Die ¬Forex Broker bieten ihren Kunden unterschiedliche Hebel an. Bei einigen Anbietern werden die Hebel unter der englischen Bezeichnung „-Leverage“ geführt. Die gängigsten Hebel im Forex Handel sind:

  • 1:10 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 250,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:25 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 625,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:50 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 1.2500,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:100 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 2.500,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:200 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 5.000,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:400 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 10.000,00 Euro gehandelter Betrag)
  • 1:1000 (Kapitaleinsatz 25,00 Euro = 25.000,00 Euro gehandelter Betrag)

Da es sich bei dem internationalen Devisenhandel um den größten Finanzmarkt der Welt handelt, finden rund um die Uhr zahlreiche Handelsaktivitäten statt. Aus diesem Grund erzielen ¬Forex Trader oft schon nach sehr kurzer Zeit einen Gewinn. Dabei können die Händler selbst entscheiden, wann sie eine Position schließen. In der Regel reicht es aus, die laufende Position im Handelskonto aufzurufen und mit einem Mausklick auf das „x“ oben rechts zu beenden¬. Der Broker führt dann umgehend den Kauf beziehungsweise den Verkauf der Devisen zu dem in diesem Moment gültigen Kurs aus. Falls der ¬Forex Trader mit der Einschätzung der Kursentwicklung richtig gelegen hat, kann er schon nach einer sehr kurzen Handelszeit von weniger als einer Minute einen Gewinn erzielen. Gleichzeitig besteht aber auch das Risiko, dass sich die Währungskurse in die andere Richtung bewegen. In diesem Fall erleidet der Händler einen finanziellen Verlust, wie das nachfolgende Beispiel zeigt:

Die Händler können auf steigende oder auf fallende Kurse einer Währung setzen. Daher können sowohl positive als auch negative Wirtschaftsnachrichten für den Forex Handel genutzt werden. Werden zum Beispiel die britischen Wirtschaftszahlen veröffentlicht und der Forex Trader rechnet mit negativen Nachrichten, verkauft er beispielsweise 10.000,00 Euro und kauft dafür britische Pfund. Der Händler rechnet damit, dass die aktuellen Zahlen der Wirtschaft in Großbritannien den Kurs des britischen Pfunds gegenüber dem Euro schwächen. Der Auftrag des Händlers wird zu der Kursnotierung EUR/GBP 0,6941 abgewickelt, sodass der Trader 6.941,00 GBP für 10.000,00 Euro erhält. Bei diesem Handel bietet der Broker einen Hebel von 1:25 an. Das bedeutet, dass der Händler 400,00 Euro für den Handel einsetzen muss (400 x 25 = 10.000). Wider Erwarten gibt die britische Regierung bekannt, dass sich die Wirtschaftslage des Landes stark verbessert hat. Daraufhin steigt der Kurs des britischen Pfunds und die aktuelle Notierung lautet EUR/GBP 0,7545. Schließt der Händler seine Handelsposition bei diesem Kurs, erhält er für den Verkauf der 6.941,00 britischen Pfund nur noch 9.199,47 Euro. Sein Verlust liegt somit bei 800,53 Euro. Da dieser Betrag das eingesetzte Kapital von 400,00 Euro übersteigt, kann der Forex Broker den Händler auffordern, noch 400,53 Euro auf sein Handelskonto einzuzahlen. Einige Broker bieten ihren Kunden Sicherheitsmaßnahmen gegen die Nachschusspflicht an, die auch Margin Call genannt wird. So schließen viele Broker alle Handelspositionen, bei denen der Verlust das Guthaben auf den Handelskonten der Händler übersteigt. In unserem Beispiel schließt der Broker die Handelsposition, sobald der aktuelle Kurs des Währungspaares EUR/GBP den Einstandskurs von 0,6941 erreicht, falls sich außer den eingesetzten 400,00 Euro kein weiteres Geld auf dem Konto des Händlers befindet¬. Sollte noch weiteres Kapital vorhanden sein, wartet der Broker mit dem Schließen der Handelsposition, bis der Devisenkurs so weit gestiegen ist, dass das vorhandene Kapital komplett aufgebraucht ist. Auf diese Weise wird ein negativer Kontostand vermieden und der Forex Trader muss kein zusätzliches Geld einzahlen. Dafür verliert er jedoch sein komplettes Guthaben auf dem Handelskonto.

Falls der Forex Broker keine Verlustbegrenzung anbietet, kann der Händler eine Stop Loss-Order erteilen. Dabei entscheidet sich der Trader für einen Kurs, bei dem die Handelsposition automatisch geschlossen werden soll. Der Kurs kann dem Einstandskurs von EUR/GBP 0,6941 entsprechen. Der Händler kann sich auch für einen Kurs entscheiden, der etwas höher liegt. Möchte er circa 400,00 Euro bei dem Handel riskieren, sollte er den Stop Loss-Kurs bei EUR/GBP 0,7230 setzen. Falls er seine gehandelten 6.941,00 GBP zu diesem Kurs verkauft, erhält er 9.600,28 Euro zurück und muss somit einen Verlust von 399,72 Euro verkraften¬.

Im Internet sind auch Gewinnrechner beziehungsweise Verlustrechner für den Forex Handel zu finden. Die Händler können die Rechner kostenlos nutzen und durch Eingabe weniger Daten ermitteln, wie hoch der mögliche Gewinn oder Verlust bei Erreichen eines bestimmten Kurses ausfällt. Zu den erforderlichen Daten gehören:

  • die Währung des Handelskontos
  • das gehandelte Währungspaar
  • der aktuelle Kurs des Währungspaares
  • Long Position (Kauf einer Währung) oder Short Position (Verkauf einer Währung)
  • gehandelte Einheiten
  • der erwartete Schlusskurs

Die Händler können den Rechner entweder vor Abschluss einer Handelsposition nutzen oder zur Überprüfung, ob die Abrechnung des Forex Brokers korrekt ist. Die Formel, die dem Rechner hinterlegt ist, lautet:

(Schlusskurs der gehandelten Währung minus Eröffnungskurs) x (Kurs Währungspaar gehandelte Währung und Währung des Handelskontos) x gehandelte Einheiten. In dem oben genannten Beispiel sieht die Berechnung wie folgt aus:

(0,7545 – 0,6941) x 1,3254 (Kurs GBP/EUR) * 10.000 = – 800,53 €.

Hat der Händler die Fremdwährung gekauft, gibt das berechnete Ergebnis den erzielten Gewinn an. Handelt es sich dagegen um eine Short Position, also um den Verkauf der Währung, beziffert die Summe den finanziellen Verlust des Händlers. Die Rechner setzen in diesem Fall ein Minuszeichen vor den berechneten Betrag.

Auch wenn es sich um einen erfolgreichen Trade handelt, kann von dem erzielten Gewinn noch Abgeltungssteuer fällig werden. Deutsche Forex Broker behalten die Steuer direkt ein und führen sie an das Finanzamt ab. Bei einem Broker mit Sitz im Ausland muss sich der Händler selbst um die Versteuerung kümmern.